Der RV Wanderlust Lauffen wurde am 31.03.1912 im Gasthaus Krone gegründet. Auf
diese Art wollte man das Radfahren fördern und die Kameradschaft pflegen.
Hauptaktivitäten waren Wanderfahren und auch schon die Teilnahme an lokalen
Radrennen. Während des ersten Weltkrieges kam das Vereinsleben etwas ins Stocken,
doch ab 1920 wurde wieder regelmäßig an Wander- und Korsofahrten
sowie regionalen Radrennen teilgenommen. 1927 wurden die ersten Saalmaschinen
angeschafft und der erste Damenreigen gegründet. Trainiert wurde im Gasthof Kreuz.
Erste, vorsichtige Schritte in Richtung Kunstradsport wurden im gleichen Jahr
unternommen mit dem ersten Herrenduett.
Aufgrund des zweiten Weltkrieges und den späteren Bestimmungen der
Besatzungsmächte ruhte das Vereinsleben ab 1942.
Nach dem Krieg dauerte es bis 1949 zum Neuanfang. Der damals 19-jährige Adolf Zepf
ließ den Radfahrverein neu aufleben. Er war dann der Motor des Vereins.
Im Jahre 1951 schlossen sich der RV Wanderlust und der Turn- und Handballverein
Lauffen zum SV Lauffen e.V. zusammen.
Unter der Leitung von Adolf Zepf und Herbert Schaumann wurde 1952 das
Kunstradfahren eingeführt. Gleichzeitig wurde auch wieder mit dem Rennsport
begonnen. Hier konnte gleich zu Beginn ein württembergischer Meistertitel
geholt werden. Dem Rennsport wurde aber weniger Beachtung geschenkt und
da sich auch kein Nachwuchs mehr fand, wurde mit dem Rennsport Ende der
60er Jahre ganz aufgehört.
Im Gegenzug wurden die Erfolge im Reigen- und Kunstradfahren immer größer.
Ab Ende der 60er Jahre bis heute wurden hier zahlreiche Württembergische
und Süddeutsche Meister gestellt. Bei Deutschen Meisterschaften konnte
ein dritter Platz und dreimal die Vizemeisterschaft errungen werden.
Höhepunkt war 1984, als Gudrun Regele Weltmeisterin wurde und
im Jahr darauf nochmals Vizeweltmeisterin werden konnte.
Im Radball beschränkte sich der Kräftevergleich zunächst auf Lokalkämpfe mit
benachbarten Vereinen. Ab Mitte der 70er Jahre stellten sich auch hier langsam
Erfolge ein und seit Beginn der 90er Jahre spielen Lauffener Mannschaften in
den höchsten württembergischen Klassen. Im Jahr 2000 wurde dann mit dem
Aufstieg der Lauffener Mannschaft Jürgen Regele und Jürgen Pflumm in die
zweite Bundesliga dergrößte Erfolg im Radball seit Bestehen des Vereins gefeiert.
Im Februar 1999 erlitt der Verein durch den überraschenden Tod von Adolf Zepf
einen schweren Verlust. Er war jahrelang aktiver Radballer und Reigenfahrer.
Daneben war er jahrzehntelang als Übungsleiter, Trainer und Schriftführer
tätig. Weiterhin betätigte er sich gleicher Art und Weise als Funktionär
auf Kreis- und Bezirksebene. Und damit er den Kontakt zu seinen Sportlern
nicht verliert, war er noch Bundeskampfrichter im Kunstradfahren.
Der Abteilung Radsport wird Adolf Zepf noch lange in guter Erinnerung bleiben.